Meine more me Geschichte - Jasmin
Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich heute einmal als Hypnotiseurin arbeiten würde, hätte ich wahrscheinlich laut gelacht und gefragt, welche absurden Träume diese Person eigentlich hat.
Oder den Kopf geschüttelt.
Oder beides.
Denn eigentlich komme ich aus einem ganz anderen Bereich.
Ich bin Erzieherin. Zumindest war das viele Jahre mein beruflicher Weg.
Ein Beruf, den ich mir bewusst ausgesucht hatte. Einer, den ich grundsätzlich auch mochte. Ich habe mit Menschen gearbeitet, Kinder begleitet, Familien unterstützt und in verschiedenen Bereichen Erfahrungen gesammelt.
Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Etwas stimmt nicht mehr.
Nicht mit dem Beruf an sich.
Sondern mit dem System.
Ich hatte immer öfter das Gefühl, dass die Rahmenbedingungen vieles kaputt machen, was diesen Beruf eigentlich wertvoll macht. Immer mehr Druck. Immer weniger Raum. Immer weniger Energie.
Und irgendwann musste ich mir eingestehen, dass mich dieser Weg mehr Kraft kostet, als er mir zurückgibt.
Trotzdem bleibt man oft länger, als es einem guttut.
Weil man sich sagt: Das wird schon wieder besser.
Spoiler: Wurde es nicht.
2023 saß ich dann selbst bei Katrin in Leipzig im Sessel.
Eigentlich nur, weil ich meine eigenen Themen anschauen wollte.
Ich hatte keine Ahnung, dass genau dort etwas anfangen würde, das mein Leben Stück für Stück verändern sollte.
Aus einer Sitzung wurde Kontakt.
Aus Kontakt wurde Zusammenarbeit.
Erst im Hintergrund. Backoffice. Organisieren. Unterstützen.
Dann kam irgendwann die erste Ausbildung.
Und das irgendwie auch nur, weil Katrin es gut gefunden hätte, wenn ich für weitere Aufgaben im Backoffice etwas mehr Hintergrundwissen habe.
Gut, dachte ich mir.
Machste halt die zwei Tage Ausbildung mal mit.
Und ehrlich?
Hätte mir danach jemand gesagt, dass ich ein Jahr später selbst als Hypnotiseurin arbeite und dass mich genau das glücklich macht, hätte ich dieser Person wahrscheinlich wieder kopfschüttelnd und lachend den Vogel gezeigt und gefragt, ob sie noch alle Latten am Zaun hat.
Dann kam die zweite Ausbildung.
Und irgendwann saß ich plötzlich nicht mehr im Sessel.
Sondern auf dem Stuhl daneben.
Ich weiß noch genau, wie nervös ich vor meinem ersten Beratungsgespräch war.
Mein Kopf war laut.
Was, wenn ich nicht die richtigen Worte finde?
Was, wenn ich unsicher wirke?
Was, wenn ich dem Menschen vor mir nicht gerecht werde?
Und dann saß ich da.
Und plötzlich war alles ruhig.
Als wäre genau das schon immer irgendwo in mir gewesen.
Als hätte ich nie etwas anderes gemacht.
Das war einer dieser Momente, in denen ich verstanden habe, dass manches vielleicht nicht geplant werden muss.
Sondern einfach irgendwann seinen Platz findet.
In meiner Arbeit wurde mir schnell etwas klar:
Ich ziehe oft Menschen an, die keine Standardlösungen suchen.
Menschen mit komplexen Geschichten.
Mit Themen, die tiefer gehen als das Offensichtliche.
Und genau das liebe ich.
Dieses genaue Hinschauen.
Dieses Verstehen.
Dieses gemeinsame Herausfinden, was dieser Mensch wirklich braucht.
Kein Schema F.
Keine Lösung von der Stange.
Sondern individuell.
Echt.
Passend.
Katrin nennt das mittlerweile meine Superkraft.
Ich glaube, vielleicht ist es einfach meine Art.
Aber so schön dieser Weg auch ist:
Er ist nicht immer leicht.
Die letzten Monate haben mir das sehr deutlich gezeigt.
Manchmal zeigt dir das Leben ziemlich schnell, dass Leidenschaft allein nicht immer reicht.
Dass Selbstständigkeit, Verantwortung, Zusammenarbeit und persönliche Grenzen Dinge sind, an denen man wächst.
Oder zerbricht.
Und manchmal beides gleichzeitig.
Gerade Burgstädt war für mich nicht nur ein beruflicher Schritt.
Sondern auch ein sehr persönlicher Lernprozess.
Ein Ort voller Chancen, Erfahrungen und Wachstum.
Aber auch ein Ort voller Überforderung, Unsicherheit und Erkenntnisse.
Und vielleicht ist genau das gerade mein größtes Learning:
Dass more me nicht bedeutet, angekommen zu sein.
Sondern ehrlich genug zu sein, sich einzugestehen, wenn man noch unterwegs ist.
Ich weiß heute nicht, wo mein endgültiges more me liegt.
Ob die Hypnose mein kompletter Weg bleibt.
Oder ob noch Dinge kommen, die ich heute gar nicht sehen kann.
Was ich aber weiß:
Sie hat etwas in mir geöffnet.
Etwas, das ich vorher so nicht kannte.
Eine Leidenschaft.
Eine Tiefe.
Eine Verbindung zu Menschen.
Und vielleicht ist genau das gerade mein more me.
Nicht als Endpunkt.
Sondern als Teil von mir.
Als etwas, das mich mehr zu mir selbst macht.
Im Moment ist more me ein Teil von mir.
Vielleicht bin ich noch auf dem Weg, mein endgültiges more me zu finden.
Vielleicht verändert es sich auch immer wieder.
Man weiß es nicht.
Und vielleicht muss man es auch gar nicht sofort wissen.
Vielleicht geht es am Ende genau darum.
Nicht darum, schon alles zu wissen.
Sondern mutig genug zu sein, weiterzugehen.
Schritt für Schritt.
Immer ein kleines Stück mehr man selbst.
Mehr more me.
Vielleicht hat das am Ende tatsächlich etwas mit Klößen zu tun.
Aber Klöße – einer nach dem anderen. Das ist eine andere Geschichte.
Jasmin
Welche more me Story hat dein Leben geschrieben?
Wie begleitest du andere auf ihrem Weg?